Institut für Ausbildung Supervision/Coaching

Begriffsklärungen

Gestalttherapie

Die Gestalttherapie ist ein phänomenologisches, erfahrungs- und erlebensorientiertes psychotherapeutisches Verfahren mit dem Ziel der Stimmigkeit und der Integration psychischer Prozesse und der differenzierenden Reifung der Persönlichkeit nach innen und außen. Die Gestalttherapie gilt als hermeneutisch und phänomenologisch ausgerichtete erlebnisaktivierende Psychotherapie, die zur humanistischen Psychologie gezählt wird. Begründer der Gestalttherapie sind Fritz Perls, Laura Perls und Paul Goodman. Die Gestalttherapie hat sich zu weiten Teilen aus der Psychoanalyse, deren Kritik und aus einer Abgrenzung zu ihr entwickelt. Quellen der Entwicklung sind außerdem die Gestaltpsychologie sowie das holistische, phänomenologische und existenzielle Denken. Gestalttherapie ist nicht zu verwechseln mit Gestaltungstherapie.
Grundlage gestalttherapeutischer Unterstützung ist die Fähigkeit des/der TherapeutIn sich auf einen engagierten Dialog mit seinem/seiner KlientIn einzulassen. Verbale und non-verbale Inhalte werden dabei gleichermaßen beachtet. Der GestalttherapeutIn teilt seine/ihre möglichst präzisen und bewertungsfreien Wahrnehmungen in Form von Rückmeldungen und Eindrücken mit, äußert Vermutungen und Phantasien und lädt über Fragen zu einem gemeinsamen Entdeckungsprozess ein. Zur erfahrungsnahen und achtsamen Erkundung der Innenwelt des/der KlientIn steht dem/der GestalttherapeutIn ein reichhaltiges Repertoire an Interventionsmöglichkeiten zu Verfügung. Bekannt sind besonders verschiedene Techniken des "leeren Stuhls".

Hypno-systemische Ansätze

Der hypno-systemische Ansatz wurde in den 80er Jahren von Dr. Gunther Schmidt entwickelt. Er integriert systemisch-konstruktivistische Grundideen, Konzepte aus der von Milton Erickson entwickelten Hypnotherapie und modernen Erkenntnisse der Neurobiologie. Zentrale Vorannahme dieser Konzepte ist, dass in jedem Individuum (verstanden als autonomes, sich selbst organisierendes lebendes System), aber auch in jedem Organisations-System (einer Gruppe oder einem Team), ein breites Repertoire von Kompetenzen und Potenzialen vorhanden ist. Dieses „Kompetenzareal“ ist den Beteiligten meist nicht bewusst. Probleme werden, so eine weitere Prämisse, autohypnotisch erzeugt, indem sie die eigene Wahrnehmung einengen (Problemtrance). Hypnosystemische Methoden helfen KlientInnen, aus festgefahrenenen Problemmustern herauszukommen, unwillkürliche und unbewusste Erlebensprozesse effektiv zu beeinflussen und auf eigene Ressourcen zu fokussieren (z.B. über die Gestaltung und Nutzung von Metaphern, die Arbeit mit Symbolen und Ritualen,  Dissoziations- und Stellvertreter-Techniken).

Teile-Modelle der Persönlichkeit

Teilemodelle der Persönlichkeit lassen sich in vielen Therapieschulen (z.B. Transaktionsanalyse, Gestaltherapie, Psychoanalyse) finden. Alle Teilemodelle der Persönlichkeit gehen davon, dass es kein festgefügtes und konsistentes Ich gibt, sondern dass – je nach Situation und Kontext – ganz unterschiedliche Ich-Anteile bzw. Ich-Zustände („Ego-States“) aktiviert werden, mit denen man sich dann jeweils identifiziert. Bestenfalls kooperieren die inneren Anteile in unserer Innenwelt und unterstützen sich. Manchmal stehen sie jedoch in Spannung zueinander oder bekämpfen sich. In der Arbeit mit inneren Teilen/Ego-States geht es darum, diese Ich-Zustände mit ihren Bedürfnissen, Wünschen und Eigenschaften klarer wahrzunehmen, sie besser kennen zu lernen, und deren Funktion in der Gesamtpersönlichkeit wertzuschätzen.Im Kontext von Coaching hat sich die Arbeit mit inneren Anteilen vor allem im Zusammenhang mit Stress-Erleben und Burnout („innerer Kritiker“, „innere Antreiber“) hervorragend bewährt.